#1 Experten Interview Media Recruiting | Christopher Kranholdt – FME Frachtmanagement Europa GmbH
BY admin
| Nov 9, 2021
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Fangen wir beim Ursprung an: Wie kam es zur Gründung der FME?

Kranholdt: Die FME (Frachtmanagement Europa GmbH) entstand im Jahr 2012 und richtete sich hauptsächlich darauf aus, Transporte zu organisieren und zu verwalten. Dabei wurden die Kunden des Zwei-Mann-Unternehmens zuerst auf dem klassischen Weg angeworben. Dieses Prinzip wurde circa zwei Jahre weitergeführt, während das Unternehmen stetig neuen Zuwachs gewann. Die FME stellte neue Disponenten, weitere Betriebskollegen und viele weitere qualifizierte Mitarbeiter ein, sodass das Team zum heutigen Zeitpunkt 65 Mitglieder zählt.

Welche Rekrutierungsmaßnahmen funktionierten für das Unternehmen am besten?

Kranholdt: Bis zum Jahr 2020 schien das klassische Recruiting per Mitarbeiternetzwerk oder Stellenbörsen erfolgreich zu funktionieren, jedoch sollte kurze Zeit später alles anders werden. Die Corona-Pandemie stellte vor allem zahlreiche Unternehmen vor die Hürde, ihre Rekrutierungsmaßnahmen umzustrukturieren und an die Gegebenheiten anzupassen. Im Vergleich zu anderen Firmen genoss die FME den Vorteil, dass sie keinen negativen Auswirkungen der Krise standhalten musste – ganz im Gegenteil! Es folgten zunehmend mehr Transportaufträge, die wiederrum eine größere Anzahl an Personal erforderten, um die Nachfrage begleichen zu können. Verwunderlich war jedoch, dass man zunehmend beobachten konnte, dass die herkömmlichen Netzwerke, wie StepStone, Indeed und Co. an Attraktivität für potenzielle Arbeitnehmer im kaufmännischen Bereich verlieren.

Was bedeutete dieser Wandel für die FME als Arbeitgeber?

Kranholdt: Im Sommer 2021 wagte man einen Schritt in Richtung des Performance-Recruitings. Diese spezielle Art der Rekrutierung beinhaltet das Schalten von Werbeanzeigen auf Social Media Plattformen, wie beispielsweise Facebook, Instagram und YouTube. Diese Methode zielt auf eine völlig neue Personengruppe ab, die kaum über ein anderes Prinzip angesprochen wird: Diejenigen, die nicht aktiv auf der Suche sind! Falls ein Unternehmen jedoch mit schlagfertigen Argumenten und attraktiven Konditionen für sich werben kann, wird sogar bei Arbeitstätigen das Interesse geweckt.

Welche Vorteile hat das Performance-Recruiting gegenüber anderen Methoden?

Kranholdt: Das personalisierte Auswahlverfahren, welches im Recruiting auch unter dem Begriff “funnels” geläufig ist, ermöglicht den Bewerbern eine Blitz-Bewerbung, die innerhalb weniger Stunden vom zukünftigen oder zumindest potenziellen Arbeitgeber beantwortet werden kann. Dieses Verfahren erfordert zwar die Anwendung verschiedener Tools, jedoch erleichtert dieses Verfahren den Bewerbungsprozess für beiderlei Parteien.

Thema Kostenfaktor. Wie viel Budget sollte man für diese Methode einplanen?

Kranholdt: Die erste Bewerbung, die über das neue System an FME gesendet wurde, war ein absoluter Treffer ins Schwarze – eine bahnbrechende Neuerung bringt seither neuen Schwung in das Logistikunternehmen. Obwohl die Stelle bei anderen Portalen öffentlich einsehbar war, konnte das Performance Marketing insgesamt 26 Bewerbungen innerhalb von 35 Tagen erhalten. Das Gesamtbudget für die Anzeige betrug 700 Euro für den gesamten Zeitraum. Im Vergleich zu diversen Jobbörsen-Websites konnte man somit 500 bis 600 Euro einsparen und im selben Atemzug ein persönliches Verfahren entwickeln, welches genau die Kandidaten anspricht, auf die es unser Unternehmen abgesehen hatte.

Wie stark ist die Reichweite wirklich?

Kranholdt: Die neue Methode des Recruitings fällt nicht nur dem geschulten Auge auf! Vor allem Facebook-Nutzer bekundeten ihre Begeisterung in den Kommentaren und zeigten sich interessierter als je zuvor. Die Kommentarfunktion bietet außerdem die Möglichkeit, auf Fragen und Anregungen der Community einzugehen und sich somit auf dem Markt attraktiver zu machen. Das erste Inserat der Disponentenstelle wurde über 56.000-mal angeklickt und geteilt. Ein Ergebnis, welches man mithilfe herkömmlicher Methoden niemals erreichen könnte!

Stichwort: “Nachwuchsprobleme” – Wie könnte man die Branche attraktiver für Arbeitssuchende gestalten?

Kranholdt: Die Logistikbranche leidet unter einem deutlichen Mangel an LKW-Fahrern. Dieser Missstand wurde in der Vergangenheit vor allem durch Fahrer aus dem Ausland ausgeglichen, jedoch warnen Experten davor, dass nun auch der osteuropäische Raum von Rekrutierungsschwierigkeiten betroffen ist. Schuld ist vor allem die niedrige Bezahlung und die fehlende Wertschätzung von Fernfahrern. Um dieses Problem zu beheben, sollte man auf die Ausbildung neuer Fahrer und die Attraktivitätssteigerung des Berufes setzen. Kleinigkeiten, wie kostenfreie Getränke, Pausenbeschäftigungen und ein angenehmer Arbeitsplatz können ein erster Schritt in Richtung eines positiven Arbeitgeber- und Nehmerverhältnisses sein.

Last but not least: Wie sieht wohl die Zukunft der Transport- und Logistikbranche aus?

Kranholdt: “Mut zur Digitalisierung!”- Das Internet bietet fantastische Chancen, um sich von der breiten Masse abzuheben. Egal, ob es sich um das Thema Rekrutierung handelt oder eine schlichte Preistabelle: Präsenz ist das A & O! Bei diesem Problem muss man anpacken, Gesicht zeigen und das Internet für sich erobern!

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